Patientengeschichte · Brust
Eine Patientin hat sich bei Dr. med. Zeynep Potente ihre Silikonimplantate samt Kapseln entfernen lassen. Jahrelang hatte sie unter Müdigkeit, Brain-Fog, Gliederschmerzen und unreiner Haut gelitten und war überzeugt, dass die Implantate der Grund waren. Eines der beiden Implantate war defekt, das andere nicht. Die Bildergalerie erzählt ihre Geschichte in sieben Kacheln, sechs Jahre nach dem Eingriff.







Sechs der sieben Kacheln geben ihre eigenen Sätze wieder, von ihren Beschwerden bis zu ihrem Befinden heute, die letzte ist eine Einladung der Praxis zur Beratung. Drei Kacheln zeigen ihren unbekleideten Oberkörper nach der Entfernung, zwei die entnommenen Implantate und Kapseln, auf denen auch Blut zu sehen ist. Diese Aufnahmen dienen der Aufklärung über den Eingriff und stellen keine Werbung für ein bestimmtes Ergebnis dar. Ein Bildpaar zum Vergleich vor und nach der Operation ist nicht dabei. Beitrag auf Instagram ansehen ↗
Ihre Beschwerden zählt die Patientin auf der zweiten Kachel auf, mit dem Zusatz „unter anderem“. Brain-Fog heißt: Konzentration und Gedächtnis lassen nach. Die Ursache stand für sie fest: „Ich war durch meine Silikonimplantate sehr krank.“
Frauen, die solche Beschwerden auf ihre Brustimplantate zurückführen, nennen das Breast Implant Illness, kurz BII. Eine anerkannte Diagnose ist BII nicht. Es gibt keinen ICD-Code, und kein Test kann einen Zusammenhang mit den Implantaten nachweisen, so die Fachgesellschaft der Plastischen Chirurgen, die DGPRÄC. Müdigkeit oder Gliederschmerzen können viele Ursachen haben. Was Studien zur Entfernung bei solchen Beschwerden zeigen und wo ihre Grenzen liegen, steht in unserem Ratgeber Breast Implant Illness.
Entfernt wurden beide Implantate, jeweils mit der Kapsel, die sie umgibt; medizinisch heißt das totale Implantat-Kapsulektomie. Die Operation dauerte nach ihren Angaben zweieinhalb Stunden, danach blieb sie drei Tage in unserer praxiseigenen Klinik in Oberursel.
Die Fotos der entnommenen Implantate zeigen den Befund: Das rechte war defekt, Silikon war ausgetreten. Das linke war intakt. Ein defektes Implantat lässt sich feststellen, BII nicht. Ausgetretenes Silikon ist außerdem einer der Befunde, bei denen die Kapsel medizinisch mit entfernt werden muss.
Ob ihre Beschwerden mit dem Defekt zusammenhingen, mit beiden Implantaten oder mit etwas anderem, lässt sich aus diesem Fall nicht ablesen.
Wie die Operation abläuft, wie lange die Heilung dauert und was sie kostet, steht auf der Seite zur Implantatentfernung.
Ihre Implantate waren nach ihren Worten sehr groß, und ohne sie ist die Brust deutlich kleiner: Auf einer Kachel hat sie 75D vor und 75B nach der Operation notiert. Damit muss jede Frau rechnen, die ihre Implantate ohne Ersatz entfernen lässt. Wie deutlich, hängt von der Größe der Implantate, der Haut und dem eigenen Brustgewebe ab.
Sechs Jahre nach der Operation schreibt sie, sie fühle sich jetzt viel besser ohne die Implantate. Das ist ihre Schilderung. Ob sich Beschwerden nach einer Entfernung bessern, lässt sich bei keiner Frau vorhersagen, und manche spüren danach keine Veränderung.
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Brust, die Narben sind kaum noch zu erkennen.“
— Patientin, sechs Jahre nach der Operation
Hinweis: Dieser Fall ist ein individuelles Beispiel. Wie die Brust nach einer Entfernung aussieht und wie die Narben verheilen, hängt von den Implantaten, vom eigenen Gewebe und vom Heilungsverlauf ab. Ihr Satz, sie fühle sich viel besser, beschreibt ihr Erleben und ist kein Ergebnis, das sich auf andere Patientinnen übertragen lässt.
Nein. Breast Implant Illness ist keine anerkannte Diagnose, es gibt keinen ICD-Code und keinen Test, der einen Zusammenhang belegt. Feststellen lässt sich dagegen, in welchem Zustand die Implantate sind: Ultraschall und bei Bedarf ein MRT zeigen etwa einen Defekt oder eine verhärtete Kapsel. Zur Abklärung gehört außerdem, andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.
Das lässt sich vorher nicht sagen. Viele Frauen berichten danach von einer Besserung, manche spüren keine Veränderung, eine Garantie gibt es nicht. Wir besprechen das vor jeder Entscheidung offen mit Ihnen.
In unserer Praxis entfernen wir Implantat und Kapsel in der Regel gemeinsam; das nennt man totale Implantat-Kapsulektomie. Medizinisch zwingend ist das vor allem bei einer verhärteten Kapsel (Kapselfibrose), bei ausgetretenem Silikon oder bei einem Tumor der Kapsel. Für die Besserung von Beschwerden, die als BII beschrieben werden, ist nach aktueller Studienlage keine bestimmte Technik belegt.
Nein. Sie ist eine Operation, in der Regel in Vollnarkose, und hat Risiken: häufig Schwellungen und Blutergüsse über ein bis drei Wochen, ein Spannungsgefühl, eine vorübergehende Taubheit der Brustwarzen und eine erschlaffte oder hängende Brust, je nach Ausgangssituation, seltener Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Infektionen oder Asymmetrien. Bei Raucherinnen sind Wundheilungsstörungen häufiger. Wir besprechen alle Risiken vor jeder Operation einzeln.
Im Beratungsgespräch untersuchen wir Ihre Implantate, fragen nach anderen möglichen Ursachen Ihrer Beschwerden und sagen Ihnen offen, was eine Entfernung leisten kann und was nicht. Beraten wird in Frankfurt und Oberursel, operiert in unseren praxiseigenen Operationssälen in Oberursel.
Medizinisch geprüft von Dr. med. Zeynep Potente · Aktualisiert am 1. Oktober 2026