Was bedeutet Brustrekonstruktion (Brustwiederaufbau)?
Die Brustrekonstruktion ist der operative Wiederaufbau der weiblichen Brust nach einem teilweisen oder vollständigen Verlust – etwa nach einer Brustkrebserkrankung, nach vorbeugender Brustdrüsenentfernung bei genetischer Vorbelastung oder bei angeborenen Brustfehlbildungen. Ziel ist es, Form, Volumen und Symmetrie der Brust möglichst natürlich wiederherzustellen. Welches Verfahren geeignet ist, entscheiden wir individuell nach anatomischen Voraussetzungen, Vorbehandlungen (z. B. Bestrahlung) und Ihren persönlichen Wünschen.
Der Wiederaufbau kann sofort – im Rahmen der Tumoroperation – oder zeitversetzt (sekundär) erfolgen. Die Entscheidung wird eng mit der onkologischen Behandlung abgestimmt. Mehr zur Diagnostik und Operation bei Brustkrebs.
Verfahren der Brustrekonstruktion im Überblick
Für den Brustwiederaufbau stehen drei grundsätzliche Wege zur Verfügung, die sich auch kombinieren lassen:
1. Wiederaufbau mit Eigengewebe (mikrochirurgische Lappenplastik)
Hier wird die Brust aus körpereigenem Gewebe geformt – ohne Fremdmaterial und mit natürlichem, dauerhaftem Ergebnis. Die feinen Blutgefäße werden dabei mikrochirurgisch unter dem Operationsmikroskop an die Brustwand angeschlossen. Je nach Körperbau eignet sich Gewebe vom Bauch, von der Gesäßfalte oder vom Oberschenkel; das Verfahren ist auch für beidseitige Rekonstruktionen geeignet.
- DIEP-Lappen – Wiederaufbau mit Bauchgewebe, ohne Opferung des Bauchmuskels
- FCI- & Gracilis-Lappen – Gewebe aus der Gesäßfalte oder der Oberschenkelinnenseite, auch für schlanke Patientinnen geeignet
2. Wiederaufbau mit Implantat
Der Aufbau mit einem Silikonimplantat – bei Bedarf nach vorheriger Dehnung der Haut mit einem Expander – ist häufig dann möglich, wenn der Hautmantel der Brust erhalten werden konnte, etwa bei hautsparender oder vorbeugender Mastektomie.
3. Wiederaufbau mit Eigenfett (Lipofilling)
Mit körpereigenem Fett lässt sich Volumen ergänzen und die Kontur verfeinern. Das Lipofilling wird häufig ergänzend oder in mehreren Sitzungen eingesetzt.
Rekonstruktion der Brustwarze
Falls gewünscht, kann die Brustwarze in einem kleinen Folgeeingriff – meist etwa drei Monate später – wiederhergestellt werden, zum Beispiel aus Gewebe der Gegenseite, aus der Haut der Oberlider oder durch eine medizinische Tätowierung.
Klinikaufenthalt & Anästhesie
Eingriffe zur Brustrekonstruktion werden in Vollnarkose und stationär durchgeführt. Aufwand und Dauer des Klinikaufenthalts richten sich nach dem Verfahren – mikrochirurgische Eigengewebs-Rekonstruktionen sind aufwendiger und erfordern eine engmaschige Nachsorge. Den genauen Ablauf besprechen wir individuell mit Ihnen.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Ein medizinisch begründeter Brustwiederaufbau – insbesondere nach einer Brustkrebserkrankung – ist in der Regel eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen; dazu zählt auch die Angleichung der gesunden Gegenseite zur Wiederherstellung der Symmetrie. Die individuellen Voraussetzungen klären wir gemeinsam.
Brustrekonstruktion in Frankfurt – persönliche Beratung
Die ausführliche Beratung und Planung Ihrer Brustrekonstruktion findet in unserer Praxis in Frankfurt am Goetheplatz statt – mit Erfahrung in der mikrochirurgischen Rekonstruktion aus Eigengewebe und in enger Abstimmung mit der onkologischen Behandlung. Vereinbaren Sie gern ein persönliches, unverbindliches Gespräch.
Häufige Fragen zur Brustrekonstruktion
Wann ist eine Brustrekonstruktion möglich – sofort oder später?
Beides. Der Wiederaufbau kann direkt im Rahmen der Tumoroperation (Sofortrekonstruktion) oder zeitversetzt nach Abschluss der onkologischen Behandlung erfolgen. Was sinnvoll ist, wird individuell und interdisziplinär entschieden.
Eigengewebe oder Implantat – was ist besser?
Beide Wege haben ihre Stärken. Eigengewebe liefert ein besonders natürliches, dauerhaftes Ergebnis ohne Fremdmaterial; der Implantataufbau ist weniger aufwendig und bietet sich vor allem bei erhaltenem Hautmantel an. Die Wahl hängt von Körperbau, Vorbehandlung und Ihren Wünschen ab.
Werden die Kosten übernommen?
Nach einer Brustkrebserkrankung ist die Brustrekonstruktion in der Regel eine Kassenleistung, ebenso die Angleichung der Gegenseite.
Kann die Brustwarze wiederhergestellt werden?
Ja, meist in einem kleinen Folgeeingriff nach etwa drei Monaten – aus körpereigenem Gewebe oder durch Tätowierung.