Ratgeber · Wiederherstellung
Nach einer starken Gewichtsabnahme bleibt Haut zurück — und zwar selten nur an einer Stelle. Wenn Brust, Oberarme und seitlicher Brustkorb gleichzeitig betroffen sind, stellt sich die Frage, ob man alles nacheinander oder in einem Eingriff behandelt. Dr. med. Zeynep Potente erklärt an einem Fall aus unserer Praxis, wann eine kombinierte Straffung sinnvoll ist — und ab wann der Hautüberschuss ein funktionelles Problem wird, kein ästhetisches.
Hinweis: Das Video enthält Aufnahmen aus dem Operationssaal und aus der ärztlichen Verlaufsdokumentation. Es dient der Aufklärung über den Eingriff und stellt keine Werbung für ein bestimmtes Ergebnis dar. Reel auf Instagram ansehen ↗
Hautüberschuss nach Gewichtsverlust wird oft als kosmetische Frage abgetan. Im Alltag ist er das häufig nicht. Entscheidend ist, ob die Haut Bewegung behindert oder mechanisch reizt:
Dazu kommen Hautentzündungen in den Falten, weil sich dort Wärme und Feuchtigkeit stauen. Für die Frage einer Kostenübernahme sind genau diese Befunde relevant — nicht die Form.
Bruststraffung, Oberarmstraffung und Thoraxstraffung liegen anatomisch nebeneinander. Die Schnittführungen gehen ineinander über: Die Narbe der Thoraxstraffung schließt seitlich an die der Bruststraffung an, die Oberarmstraffung setzt sie zur Achsel hin fort.
Das ist der Grund, sie gemeinsam zu planen. Würde man nacheinander operieren, müsste jede spätere Straffung die Narben der vorigen wieder aufnehmen — mit dem Risiko, dass die Übergänge nicht sauber aufeinandertreffen und Stufen entstehen.
Gegen die Kombination spricht die Belastung: längere Narkose, größere Wundfläche, aufwendigere Nachsorge. Ob sie infrage kommt, hängt vom Allgemeinzustand ab — und nach einer bariatrischen Operation auch von Eiweiß- und Vitaminwerten, weil sie die Wundheilung beeinflussen. Wird zusätzlich der Bauch gestrafft, wird das in der Regel getrennt geplant; wie das abläuft, steht im Beitrag Bauchdeckenstraffung nach starkem Gewichtsverlust.
Die Narben sind in den ersten Wochen gerötet und derb; sie verblassen über Monate. In dieser Phase gehören Kompression, Schonung der Arme und Narbenpflege zur Nachsorge.
Das Bewegungsausmaß der Arme ist anfangs eingeschränkt — Heben über Schulterhöhe wird zunächst vermieden, damit die Nähte an der Achsel nicht unter Zug geraten. Sport wird stufenweise wieder aufgebaut.
Unsere Patientin hatte nach einer bariatrischen Operation 60 Kilogramm verloren. Der Hautüberschuss an Brust, Oberarmen und seitlichem Brustkorb schränkte sie im Alltag ein — im Beruf, in dem sie regelmäßig heben muss, und beim Sport.
In einem Eingriff wurden Bruststraffung, Oberarmstraffung und Thoraxstraffung durchgeführt. Die Aufnahmen im Video entstanden knapp acht Wochen nach der Operation.
Hinweis: Dieser Fall ist ein individuelles Beispiel. Ob sich mehrere Straffungen kombinieren lassen und wie das Ergebnis ausfällt, hängt von Ausgangsbefund, Gewebequalität und Heilungsverlauf ab und lässt sich nicht auf andere Patientinnen übertragen.
„Ich hatte vorher Probleme, weil die Brust nur noch in Lappen hing — gerade wenn ich auf Arbeit war und die Arme gehoben habe oder Patienten gehoben habe, ist die Brust oft rausgerutscht. Oder beim Sport, wenn ich Oberarmübungen gemacht habe. […] Jetzt kann ich laufen, ohne dass die Arme scheuern.“
— Patientin, acht Wochen nach dem Eingriff
Ja, wenn der Allgemeinzustand es zulässt. Die drei Bereiche grenzen aneinander, die Schnittführungen gehen ineinander über — das spricht dafür, sie gemeinsam zu planen. Gegen die Kombination sprechen längere Narkosezeit und größere Wundfläche. Die Entscheidung fällt nach Untersuchung und Laborwerten.
An der Innenseite des Oberarms, von der Achsel Richtung Ellenbogen. Bei ausgeprägtem Überschuss reicht sie über die Achsel hinaus auf den seitlichen Brustkorb. Die Narbe ist bei angelegtem Arm weitgehend verdeckt, beim Heben sichtbar.
Leichte Bewegung ist früh erlaubt, Belastung der Arme dagegen erst nach Freigabe. Heben über Schulterhöhe wird in den ersten Wochen vermieden, damit die Nähte an der Achsel nicht unter Zug geraten. Der genaue Zeitplan richtet sich nach dem Heilungsverlauf.
Nur im Einzelfall und nur bei dokumentierten Beschwerden — etwa wiederkehrenden Hautentzündungen in den Falten oder nachgewiesener Bewegungseinschränkung. Nötig sind ärztliche Befunde über einen längeren Zeitraum. Eine rein formverbessernde Straffung ist keine Kassenleistung.
In einem persönlichen Gespräch klären wir Befund, Möglichkeiten und den passenden Weg – unverbindlich. Beratung in Frankfurt, operiert wird in Oberursel.
Medizinisch geprüft von Dr. med. Zeynep Potente · Aktualisiert am 4. August 2026