Tendovaginitis stenosans

1. Tendovaginitis stenosans
(„Schnappfinger“ oder der „schnellender Finger“)

2. Tendovaginitis stenosans de Quervain
(Entzündung der Strecksehnen am speichenseitigen Handgelenk)

Was bedeutet Tendovaginitis stenosans 

Die Tendovaginitis stenosans ist eine „einengende“ (stenosans) Entzündung des Sehnengleitgewebes (Tendovaginitis). Ursache ist eine Verdickung des Ringbandes der Sehne, welches normalerweise die Sehne am Knochen hält. Durch das verdickte Ringband wird die Sehne am normalen Gleiten gehindert und bleibt bei Bewegung am Ringband hängen. Dadurch entsteht ein „Schnappen“ oder „Springen“ des Fingers, was auch schmerzhaft sein kann.

Diese Erkrankung kann an den Finger- und Daumenbeugesehnen auftreten.

Gelegentlich ist ein kleines Ganglion (harte, kugelige Ausstülpung der Gelenkhaut) die Ursache und wird bei der Operation mitentfernt.

Ist die Erkrankung weit fortgeschritten, kann der Finger oder Daumen eventuell gar nicht mehr gestreckt oder gebeugt werden.

Bei Kleinkindern fällt den Eltern meist auf, daß das Kind sein Daumenendglied nicht mehr strecken kann (sog. Pollex flexus congenitus). Auch hier ist eine Operation angezeigt.

Oftmals tritt eine solche Entzündung gemeinsam mit einem Carpaltunnelsyndrom auf, sodaß wir Sie auch fragen, ob Ihre „Hände einschlafen“, d.h. sogenannte „ Kribbelparästhesien“ in Daumen,-Zeige- und Mittelfinger auftreten.

Was bedeutet Tendovaginitis stenosans de Quervain

Tritt diese Entzündung am speichenseitigen Handgelenk auf, handelt es sich um eine Entzündung der Daumenstrecksehnen im 1. Strecksehnenfach und wird „Tendovaginitis de Quervain“ genannt. Klassischerweise tritt hier eine Schwellung am speichenseitigen Handgelenk auf mit ziehenden Schmerzen im Daumen und Unterarm beim Zugreifen oder Dosenöffnen. Der sog. „Finkelstein-Test „ ist positiv.

Es müssen Erkrankungen ausgeschlossen werden, die eine andere Ursache haben, wie z.B. eine Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose), eine Entzündung des Griffelfortsatzes der Speiche (Styloiditis radii), nicht verheilte Kahnbeinbrüche mit Arthrose des Griffelfortsatzes der Speiche ( SNAC-wrist Stadium I) etc. Um dies auszuschließen erfolgt eine sorgfältige klinische Untersuchung und Erhebung der Krankengeschichte, ggf. ist die Durchführung einer Röntgenuntersuchung der schmerzenden Region angezeigt.

Informationen zur Operation

Vor der Operation sollten Sie keine offenen Wunden oder Kratzer an der betreffenden Hand haben, da hierdurch das Infektionsrisiko erhöht ist. Bei sehr derber und harter Haut sollte die Hand mehrere Tage vor OP mit einer gut fettenden Handcreme gepflegt und ggf. am Abend vor der OP ein desinfizierendes Handbad durchgeführt werden.

Die Operation wird in sogenannter „Blutsperre„ durchgeführt d.h. daß an Ihrem Arm eine Blutdruckmanschette angelegt und aufgepumpt wird, um möglichst blutungsfrei und unter guter Sicht mit Lupenbrille operieren zu können.

Bei der Operation der „Tendovaginitis stenosans“ wird das einengende Ringband über dem Grundgelenk des Fingers oder des Daumens durchtrennt (sog. A1- Ringbandspaltung an der Hand).

Bei der Operation der „Tendovaginitis stenosans de Quervain“ (Entzündung der Strecksehnen im 1. Strecksehnenfach) wird das 1. Strecksehnenfach am Handgelenk gespalten. Gelegentlich findet man bei der Operation ein Ganglion, das zusätzlich entfernt wird.

Nach der Hautnaht wird ein Kompressionsverband angelegt.

Bei milden Beschwerden und nur gelegentlichem „Springen“ des Fingers oder „ziehenden Schmerzen“ im Daumen kann mit antientzündlichen Medikamenten und Salbenverbänden, ggf. mit lokaler Injektion von Steroiden in die Beugesehnenscheide behandelt werden.

Bei der Tendovaginitis de Quervain kann auch initial mit einer Schienenbehandlung die Entzündung gemildert werden.

Je nach Leidensdruck und Schweregrad der Erkrankung sollte der operative Eingriff erfolgen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen beratend zur Seite.

Klinikaufenthalt und Narkose

Die Operation kann in lokaler Betäubung der Hand (Lokalanästhesie), in einer lokalen Betäubung des Armnervengeflechtes (Plexusanästhesie) oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Ein Klinikaufenthalt ist bei dieser Operation nicht erforderlich.