Rhizarthrose

 Was bedeutet Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose)

Die Rhizarthrose ist eine Verschleißerkrankung des Knorpelgewebes im Bereich des Daumensattelgelenkes und verursacht Schmerzen im Daumen beim Zugreifen, z.B. beim Flaschenöffnen etc.

Das Gewebe und die Haut über dem Daumensattelgelenk sind oft geschwollen und druckschmerzhaft, was durch die begleitende Entzündung des Kapselbandapparates und Sehnengleitgewebes (Synovialitis) bedingt ist.

Sie kommen zu einem Spezialisten in Handchirurgie, weil bei Ihnen die zuvor konservativ durchgeführte Behandlung mit Schmerzsalben und Schmerzmedikamenten nicht mehr wirken und Sie zunehmend unter Ihren Beschwerden leiden.

Zu Beginn der Erkrankung haben Sie meist nur leichte Beschwerden (Rhizarthrose Stadium I und II nach Eaton Littler). Hier ist die Behandlung der Wahl eine lokal antientzündliche Salbentherapie, Ruhigstellung des Gelenkes in einer Daumenschiene und medikamentös entzündungshemmender Therapie wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen.

Nehmen trotz dieser Maßnahmen die Beschwerden zu, zeigt sich auch im Röntgenbild eine entsprechende Zunahme der Arthrose ( Stadium III und IV nach Eaton Littler), sodaß wir Ihnen die Operation empfehlen.

Ausgeschlossen werden müssen Erkrankungen, die eine andere Ursache haben, wie z.B. ein springender Daumen (Tendovaginitis stenosans) oder eine Entzündung der Strecksehnen im 1. Strecksehnenfach (Tendovaginitis stenosans de Quervain), eine Entzündung des Griffelfortsatzes der Speiche (Styloiditis radii), nicht verheilte Kahnbeinbrüche mit Arthrose des Griffelfortsatzes der Speiche (SNAC-wrist Stadium I) etc. Um dies auszuschließen werden wir Sie sorgfältig klinisch untersuchen und mit Ihnen Ihre Krankengeschichte besprechen.

Zur Überprüfung, ob und in welchem Ausmaß eine Daumensattelgelenksarthrose vorliegt, wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.

Informationen zur Operation

Vor der Operation sollten Sie keine offenen Wunden oder Kratzer an der betreffenden Hand haben, da hierdurch das Infektionsrisiko erhöht ist. Bei sehr derber und harter Haut sollte die Hand mehrere Tage vor OP mit einer gut fettenden Handcreme gepflegt und ggf. am Abend vor der OP ein desinfizierendes Handbad durchgeführt werden.

Der operative Eingriff wird : Resektions-Suspensions-Arthroplastik „ (RSA) genannt.

Bei der Operation wird das große Vieleckbein (Os trapezium), das mit dem 1. Mittelhandknochen das Daumensattelgelenk bildet, entfernt (Resektion). Danach wird der Daumen mit einem Teil der Handgelenksbeugesehne (nach Epping) oder einem Teil der Daumenabspreizsehne (nach Lundborg) stabilisiert (Suspension). Es handelt sich um einen Eingriff an einem Gelenk (Arthroplastik). Daher der Name: „Resektions – Suspensions- Arthroplastik „ (RSA).

Die Operation wird unter Lupenbrillensicht und in sogenannter „Blutsperre am Oberarm„ durchgeführt d.h. daß an Ihrem Arm eine Blutdruckmanschette angelegt und aufgepumpt wird, um möglichst blutungsfrei und unter guter Sicht operieren zu können.

Nach dem Hautschnitt über dem Daumensattelgelenk wird unter den Daumenstrecksehnen das Gelenk eröffnet. Das große Vieleckbein (os trapezium) wird unter Schonung von Gefäßen und Nerven freigelegt, mit dem Meißel gespalten und entfernt. Dadurch wird eine neue Stabilisierung des Daumens nötig.

Je nach Anatomie gibt es folgende Möglichkeiten:

Entweder man bohrt in der Basis des 1. Mittelhandknochens ein Loch, zieht einen Teil einer Handgelenksbeugesehne (Flexor carpi radialis-Sehne) hindurch und verknotet diese mit sich selbst (RSA nach Epping),

oder:

man verwendet ohne Bohrung eines Loches einen Teil der Daumenabspreizsehne (Abduktor pollicis longus-Sehne), um den Daumen damit zu stabilisieren (RSA nach Lundborg).

Anschließend wird das Handgelenkskapsel verschlossen und eine Drainage eingelegt. Die Hautnaht erfolgt durch mehrere feine Nähte oder durch eine fortlaufende Hautnaht. Es wird eine Daumengipsschiene unter entsprechender Polsterung angelegt, sodaß der Daumen komplett ruhiggestellt ist, die Finger jedoch frei beweglich sind.

Klinikaufenthalt und Narkose

Die Operation kann in einer Vollnarkose oder in einer lokalen Betäubung des Armnervengeflechtes (Plexusanästhesie) durchgeführt werden. Ein kurzer Klinikaufenthalt ( 1 Übernachtung) ist bei dieser Operation zu empfehlen.