Narben

Was ist eine Narbe

Narbengewebe entsteht als Folge einer Gewebeverletzung, einer offenen Wunde oder bei der normalen Wundheilung nach einer Wundnaht.

Eine Narbe kann unauffällig strichförmig, breit, eingezogen oder wulstig verheilen. Wulstige, derbe Narben nennt man auch „hypertrophe Narben“.

Bei sehr starker Narbenwucherung, verbunden mit Juckreiz und Schmerzen spricht man von „Keloid“.

Verschiedene Arten der Narbe

Strichförmig verheilte Narbe:

Normale Wundheilung, unauffälllige Narbe

Muldenförmige Narbe (hypotrophe Narbe), Akne-Narben:

Bei muldenförmigen Narben handelt es sich um eine Vertiefung der Haut mit Schwund der polsternden Fettschicht. Die Ursachen sind vielfältig und können z.B. als Folge einer Akne- Erkrankung oder Folge einer Cortisoneinspritzung mit Schwund des Fettgewebes etc. auftreten.

Schmerzhaft eingezogene Narbe

Bei schmerzhaft eingezogenen Narben ist die Ursache oft eine Einziehung der Haut auf die in der Tiefe liegende Muskulatur. Die polsternde Fettschicht zwischen Haut und Muskulatur fehlt. Dadurch entsteht eine schmerzende Einziehung, die vor allem bei Bewegungen Probleme bereiten kann.

Derbe, verdickte Narbe (hypertrophe Narben):

Erhabene, breit und derb verheilte Narbe, die auch schmerzhaft sein kann.

Wuchernde Narbe (Keloid):

Hierbei handelt es sich um eine sehr starke Narbenwucherung über den Wundrand hinaus, verbunden mit Juckreiz und Schmerzen. Keloide treten bevorzugt über dem Brustbein, an Schultern und Ohren auf.

Informationen zur Narbenbehandlung

Je nach Ursache und Art der Narbe gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten:

Strichförmig verheilte Narbe:

Hier ist eine normale hautpflegende Creme ausreichend, eventuell 2x täglich Bepanthensalbe auftragen (Dexpanthenol, Vitamin A).

Muldenförmige Narbe (hypotrophe Narbe), z.B. Akne-Narben:

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  1. Surgical needling (Verlinkung zum Needling-Text)
  2. Eigenfett-Transplantation (Verlinkung zum Eigenfett-Text)
  3. Chirurgische Entfernung und spannungsfreie Wundnaht
Schmerzhaft eingezogene Narbe

Chirurgische Korrektur:

1.Hier ist eine chirurgische Korrektur mit Entfernung des schmerzhaften Narbenstranges und Unterfütterung der Narbe mit gut durchblutetem Fettgewebe sinnvoll.

2.Alternativ kann ein Narbenstrang minimalinvasiv mit einem Spezialinstrument über einen kleinen Hautschnitt gelöst und mit Eigenfett unterfüttert werden.

Derbe, verdickte Narbe (hypertrophe Narben):

1.Dermojetbehandlung: Sinnvoll ist hier eine frühzeitige Einspritzung von Cortison (Triamcinolon, Volon A), um das weitere Wachstum zu bremsen und die Narbe flacher werden zu lassen. Diese Einspritzung erfolgt über ein spezielles Hochdruckeinspritzungsgerät (Dermojet), wird über mehrere Wochen (alle 2-3 Wochen) ambulant durchgeführt und dauert wenige Minuten. Durch die Kombination mit einem lokalen Betäubungsmittel im Dermojet-Gerät ist die Behandlung gut zu tolerieren.

2.Bei der Dermabrasio werden mit einem speziellen, hochfrequenten Schleifgerät die obersten Hautschichten entfernt. Dadurch wird die Narbe abgeflacht, jedoch nicht völlig unsichtbar.

3.Eine chirurgische Korrektur ist bei Problemen und Schmerzen sinnvoll.

  • Ausschneiden der Narbe und spannungsfreier Verschluß der Wunde
  • Bei strangförmigen Narben, z.B. an gelenküberbrückenden Stellen, wie Finger, Achsel, Leiste, Knie, Hals ist eine operative Korrektur durch Verschiebung von Hautarealen ( z.B. Z-Plastiken) sinnvoll oder Aufbringen eines Hauttransplantates (Vollhaut oder Spalthaut)
  • Jumping man der Hand. Hierbei handelt es sich um eine kleine doppelte Z-Plastik, also eine Hautverschiebung im Bereich von Fingerzwischenräumen um Narbenstränge aufzulösen. Durch die Hautverschiebung wird die Zwischenfingerfalte vertieft und dadurch eine bessere Beweglichkeit und Greiffunktion der Hand ermöglicht. Siehe Bild
Verbrennungsnarben:

Je nach Lokalisation und Art der Narbe (flächig oder strangförmig) kommen in Frage:

Flächige Narbe:

1.Silikonbehandlung und Kompression durch z.B. Kompressionskleidung, Druckpelotten

2.Abschleifung (Dermabrasio) und z.B. Re-Cell-Therapie

3.Surgical Needling der Narbe in mehreren operativen Sitzungen, ggf. in Kombination   mit Co2-Laser

4.Einbringung eines Expanders zur Aufdehnung der angrenzenden gesunden Haut über 3-6 Monate. Entfernung des Expanders, Ausschneiden der flächigen Verbrennungsnarbe und Verwendung der gedehnten, gesunden Haut zum Wundverschluß.

5.Entfernung einer flächigen Narbe und Aufbringen eines Hauttransplantates ( Vollhaut oder Spalthaut)

Strangförmige Narbe:

Ausschneiden eines Narben- Stranges und Auflösung der Narbe durch Verschiebung von Hautarealen (z.B. Z-Plastiken) oder Aufbringen eines Hauttransplantates (Vollhaut oder Spalthaut)

Wuchernde Narbe (Keloid):

Bei Keloiden sollte, wenn möglich nicht operiert werden, da hierdurch die Narbe noch aggressiver wuchern kann.

Sinnvoll ist hier eine frühzeitige Einspritzung von Cortison (Triamcinolon, Volon A), um das weitere Wachstum zu bremsen und die Narbe flacher werden zu lassen Diese Einspritzung erfolgt über ein spezielles Hochdruckeinspritzungsgerät (Dermojet), wird über mehrere Wochen (alle 2-3 Wochen) ambulant durchgeführt und dauert wenige Minuten.

Durch Silikon-Druckpelotten und Kompression kann der Effekt dieser Behandlung noch verbessert werden.

Bei Nichtansprechen auf die Dermojet-Behandlung kann, nach ausführlicher Aufklärung des Patienten über das Risiko des erneuten Auftretens und der Verschlimmerung des Befundes, eine operative Entfernung mit anschließender Strahlentherapie (Röntgenbestrahlung zur Bremsung des Wachstums) erwogen werden.

Alternativ kann eine lokale Vereisung des Gewebes (Kryotherapie) eingesetzt werden.

Generelle Empfehlung zur Narbenbehandlung:

Zur Narbenpflege empfehlen wir Narbensalben wie Kelocote®, Scarban®, Contractubex® oder Bepanthen® Narben Gel.

Alternativ kann z.B. ein selbstklebendes Silikonpflaster verwendet werden. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

Sie sollten nach Entfernung der Hautfäden die Narben 2x täglich mit einem Narben-Gel behandeln bis die Narben insgesamt weicher werden.

Das Gel sollte mindestens 3 Monate aufgetragen werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Eine Narbe ist, je nach Alter des Patienten, für ca. 1-2 Jahre formbar. Die Narbenbehandlung sollte daher auch konsequent durchgeführt werden

Klinikaufenthalt und Narkose

Die Narbenbehandlung kann in lokaler Betäubung des umliegenden Gewebes oder in Vollnarkose durchgeführt werden.

Ein Klinikaufenthalt ist bei einer Narbenbehandlung (außer Expandereinbringung)  in der Regel nicht erforderlich.