Brustkrebs

Brustkrebsbehandlung

Sollte bei Ihnen die Diagnose Brustkrebs gestellt worden sein, sind verschiedene Behandlungsverfahren möglich. Anhand der verschiedenen Befunde in der Gewebeprobe und der bildgebenden Untersuchungen wie Ultraschall und Mammografie wird in einer interdisziplinären Fallkonferenz, zu der sich viele verschiedene medizinische Fachgruppen treffen, die Entscheidung zu Ihrer individuellen Therapie gefällt.

Die Therapieformen können eine Operation, eine Chemotherapie, eine Bestrahlung und eine antihormonelle Therapie umfassen, wobei nicht alle Therapien für alle Patientinnen notwendig sind.

In den meisten Fällen ist eine Operation notwendig.

Brusterhaltende Operation (BET)

In ca 90% der Fälle ist eine brusterhaltende Operation möglich. Hierbei wird der Tumor aus der Brust entfernt. Eine Strahlentherapie ist bei dieser Operationsmethode immer indiziert.

Brustentfernung / Mastektomie (Ablatio)

Eine Brustentfernung muß dann erfolgen, wenn das Ausmaß des Tumors zu groß ist für eine brusterhaltenden Operation oder wenn mehrere Tumore in der Brust vorhanden sind. In der Regel kann der Hautmantel der Brust erhalten bleiben und „nur“ das Drüsengewebe unter Mitnahme der Brustmuskelhaut entfernt werden. Die Entfernung der Brustwarze ist individuell zu entscheiden. Sollte der Tumor in mehreren Bereichen bis an die Haut heranreichen, ist eine komplette Entfernung der Brust notwendig.

Der Wiederaufbau der Brust kann anschließend entweder durch ein Silikonimplantat oder durch Eigengewebe erfolgen. Diesbezüglich beraten wir sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Alle Brusteingriffe werden in der Regel mit einer Operation an der Achsel verbunden. Sollten die Lymphknoten in der bildgebenden Diagnostik nicht befallen sein, wird ein Wächterlymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Wird bereits vor der Operation ein befallener Lymphknoten diagnostiziert, ist eine sogenannte Axilladissektion notwendig. Hierbei werden Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt, die im Lymphabflußgebiet der Brust liegen.

Nach der Operation sind bildgebende Untersuchungen der Lunge durch eine Röntgenuntersuchung, der Leber durch eine Ultraschalluntersuchung und der Knochen durch eine Knochenszintigrafie notwendig.

In der interdisziplinären Tumorkonferenz werden alle Befunde vorgestellt. Anhand dieser wird die individuell notwendige Therapie festgelegt.

Prophylaktische Brustdrüsenentfernung bei genetischer Vorbelastung

Bei familiärer Häufung (BRCA) und genetischer Disposition des Brustkrebses kann eine prophylaktische subkutane Mastektomie (lat. Brustdrüsenentfernung unter der Haut) durchgeführt werden. Über einen unauffälligen, kleinen Hautschnitt am Brustwarzenrand oder in der Unterbrustfalte kann der gesamte Drüsenkörper entfernt werden, so dass nur Brusthaut und Fettgewebe erhalten bleiben. Die Brustdrüse wird vom Pathologen unter Angabe der Vorbelastung untersucht. Der Brustwiederaufbau mit einem Silikonimplantat erfolgt bei dieser Operationsmethode gleichzeitig. Die Brustwarze bleibt erhalten. Wichtig ist eine gute Durchblutung, weshalb auf Nikotin verzichtet werden sollte.

Klinikaufenthalt und Anästhesie

 Die Behandlung erfordert einen stationären Krankenhausaufenthalt und wird in Allgemeinnarkose durchgeführt.